von Uwe Köster
Das Vorurteil, an Saale und Unstrut wächst kein vernüftiger Rotwein, hält sich hartnäckig. Doch wie so viele Vorurteile hält auch dieses einer Prüfung nicht stand, längst gibt es jede Menge gelungener Gegenbeispiele. Der „T&M“ vom Gleinaer Weingut Böhme ist eines.
Winzer Frank Böhme, der Weine erst seit fünf Jahren unter eigenem Label herausbringt, widmet sich mit Akribie den noch jungen und wenig bekannten Rebsorten Cabernet Dorsa und Cabernet Dorio, Kreuzungen aus Cabertnet Sauvignon und Dornfelder. Das Cuveé reifte ein Dreivierteljahr im Eichenholzfass und herausgekommen ist ein strammer Bursche mit kräftigen Aromen nach Sauerkirschen, Dörrpflaumen oder roten Beeren. Um dem Holz die Dominanz etwas zu nehmen, kreierte Frank Böhme das 2005er Cuveé aus drei Fässern – je eines mit Erst-, Zweit- und Drittbelegung. So ist der Rotwein trotz der „Holzkur“ schon jetzt rund und trinkreif.
Bliebe noch der ungewöhnliche Name aufzuklären. „T&M“ stehen für die Anfangsbuchstaben der beiden Töchter – Toska und Marika. Erstere macht mit Musik Karriere, Marika ist amtierende Weinkönigin an Saale und Unstrut und wird Winzerin. Um die (Rot-)Weinzukunft an der Unstrut muss sich also niemand sorgen.

