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Scheidende Weinkönigin blickt zurück


von Marika Böhme

Für Marika Böhme, die 38. Weinkönigin von Saale-Unstrut, endet am Winzerfestsonntag die Zeit als Repräsentantin der hiesigen Winzer. Sie blickt zurück auf eine ebenso schöne und interessante wie anstrengende Amtszeit.

Das 75. Jahr des Winzerfestes bringt auch mir persönlich ein kleines Festjubiläum: Es ist für mich das 20. Winzerfest, wobei ich mich freilich an mein erstes Winzerfest wirklich nicht erinnern kann. Aber seit meiner Geburt habe ich Jahr für Jahr am weinseligen Treiben im September teilgenommen, versichern mir meine Eltern.

Allerdings hat sich als Kind mein Interesse zunächst mehr auf den Vergnügungspark auf dem Schützenplatz und den großen Festumzug beschränkt. Als ich damals die strahlenden Weinköniginnen sah, war ich jedes Mal begeistert, und habe immer davon geträumt, selbst einmal als eine solche Weinmajestät den Gästen des Winzerfestes vom Festumzug aus zu grüßen. Im vorigen Jahr hat sich dieser Traum erfüllt, und ich durchlebte zwölf ereignisreiche und einzigartige Monate als Botschafterin des Saale-Unstrut Weines.

Unsere Winzer von Unstrut, Saale, Zeitz und Mansfelder Seen begrüßten mich mit sehr viel Herzlichkeit. Deshalb haben mir vor allem die Besuche der Hof- und Weinfeste unserer Winzer und Weinbaugemeinden viel Freude bereitet. Jedoch durfte ich auch überregional als Repräsentantin der „Toskana des Nordens“ auftreten. Gerne erinnere ich mich an meinen Auftritt in Wiesbaden zur „Närrischen Riesling-Gala“. Bei einer lustigen Weinprobe und einem bunten Showprogramm hatte ich die Möglichkeit, von der Tribüne des Kurhauses herunter die Werbetrommel für das Saale-Unstrut-Gebiet zu rühren. Ein weiterer prägnanter Termin war der Ball des Weines, ebenfalls in Wiesbaden, wo ich mit drei Winzerfamilien von Saale und Unstrut einen unvergesslichen Abend erlebte. Nicht zu vergessen ist das Sommerfest unseres Bundespräsidenten Horst Köhler in Berlin. Im Schlossgarten vom Bellevue richtete man ein tolles Ambiente her und Herr Köhler höchstpersönlich gegrüßte uns Weinhoheiten.

Aber auch zu Persönlichkeiten der Showbranche konnte man zu manchen Anlässen schnell Kontakt herstellen, wie zum Beispiel Alfred Biolek oder Peter Maffay. Bei Letzterem war ich sogar etwas erstaunt, dass er gar nicht so klein ist, wie viele behaupten. Rückblickend möchte ich sagen: Es war mir immer eine große Ehre, aber auch Verpflichtung gegenüber all jenen, die sich mit dem regionalen Weinbau identifizieren, ein Jahr lang Botschafterin der Saale-Unstrut-Region gewesen zu sein.

Mit Freude, Stolz und Leidenschaft habe ich die Krone getragen. Mit Freude, Stolz, Leidenschaft und einem weinenden Auge möchte ich sie weitergeben und wünsche meiner Nachfolgerin ein ebenso schönes Jahr als Gebietsweinkönigin von Saale-Unstrut.