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Cuvee aus Gleina, im Barrique ausgebaut.


von Wolf-Dietrich Balzereit

Sortenrein muss er sein der deutsche Wein und so auch der von Saale und Unstrut.
Das galt lange als Gesetz. Auch wenn schon immer der eine oder andere Tropfen
im einen oder anderen Tropfen landete, um jenen aufzupeppen oder den anderen trotzdem zu verkaufen. Die hohe Schule der Assemblage war hierzulande verpönt.
War! Und das ist gut so.

Frank Böhme hatte seinen ersten Aufsehen erregenden Wein eben jener Kunst zu verdanken, Tropfen unterschiedlicher Charaktere so zu vermählen, dass ein besseres Produkt entsteht, als es die Einzelweine sein könnten. Cabernet Dorsa und Cabernet Dorio, Kinder gleicher Eltern - hier ist „gleich“ angebracht, obwohl es sich um die selben Rebsorten handelt, da die Klongleichheit nicht gesichert ist - bildeten die Grundlage. Cabernet Sauvignon und Dornfelder waren jeweils beteiligt. Und doch kamen zwei recht unterschiedliche Neuzüchtungen dabei heraus.

Und da auch Winzer Böhme zwei Töchter hat, die sich nicht gleichen - eine ruhige, dem Vater nachkommende und eine etwas wildere, der mancher ein Übergewicht der mütterlichen Gene nachsagt, nannte er sein Cuvee nach den jungen Damen. „T&M“ -
Toska und Marika. Erstere gerade Landessiegerin in einem Bandwettbewerb mit ihrer Combo „Smood Brothers“, die jüngere bis zum letzten Winzerfest Gebietsweinkönigin.

Das Cuvee schlug schon im ersten Jahr ein wie eine Bombe. So etwas gab es von hier
noch nicht. Bei etlichen Blindverkostungen schlug es die heimische und überregionale Konkurrenz. Im 2006er mischte Frank Böhme noch Spätburgunder dazu.
Da weiterer Nachwuchs nicht bekannt ist, kann es nur zwei Gründe dafür geben.
Pure Experimentierfreude oder den Versuch, das mitunter fürs breite Publikum etwas tanninlastige Cuvee etwas weicher abzurunden und damit schneller konsumierbar zu machen. Man hat dann einfach mehr vom begehrten Elixier. Ich muss zugeben, bei einer ersten Verkostung war ich irgendwas zwischen skeptisch und düpiert, weil ein für mich großartiger Wein „verfälscht“ wurde. Eine aktuelle Probe stimmte mich um. Die Rundung
ist gelungen, das Potenzial nicht beschädigt. Der Wein wird stets im Barrique ausgebaut. Die Holztöne sind sauber, spürbar aber unaufdringlich eingebunden. Die Entwicklung ist absolut positiv.

Jetzt probieren und/oder stehen lassen, der Spaß kann sich noch steigern. Ein paar Flaschen sind noch da. Hab’ sie gesehen! Der 07er kommt demnächst.

Rotwein „T&M“ - Freyburger Mühlberg. Gleinaer Weingut Böhme, 14,50 Euro ab Hof.