Allgemein:

Startseite

Anfahrt

Kontakt

Presse

Empfehlungen

Gästebuch

AGB

Impressum

stolpern im Gleichschritt


von Rainer Wissenbach

Eisweinlese – Das spektakuläre Angebot zum Gleinaer Park- und Weinfest sorgte für viel Stimmung. Die Weingut-Ehepaare Böhme und Pawis starteten mit Partnerwechsel.

Zu den spektakulärsten Angeboten des Gleinaer Park- und Weinfestes gehörte Sonntagnachmittag ohne Zweifel wieder einmal die traditionelle Eisweinlese. Was da über mehrere Stunden bei Temperaturen um die 30 Grad im Schatten abging und in der prallen Sonne im Paarlauf-Gleichschritt über den Rasen marschierte, löste unter den Zuschauern oftmals helle Begeisterung aus.
Startberechtigt waren sowohl Kinder als auch Erwachsene. Teilnehmen am Spektakel durfte allerdings nur, wer einen kleinen Obolus entrichtet hatte, wer in Handschuhen zu Butte oder Eimer griff, sich mit Pelzmütze und Wattejacke zudem warm angezogen hatte und einen Partner vorweisen konnte. Mit diesem galt es dann in Schlaufen auf lediglich einem Paar Ski zu schlüpfen und darauf die Wettkampfstrecke unter den Klängen des Zillertaler Hochzeitsmarsches möglichst schnell zu meistern. Schon das war wegen des erforderlichen synchronen Schreitens auf den Brettern gar nicht so einfach. Und obendrein hatte das jeweilige Paar an der Weinreihe möglichst ohne zu stürzen sämtliche Trauben zu lesen und diese verlustfrei in die Butte oder den Eimer zu befördern. Und damit es den Startern bei der Eisweinlese ja nicht zu kalt wird, „durften“ sie zudem an der Wende eine Tasse hei?en Glühwein schlürfen. Er war im Vorfeld von Weingut-Chefin Heike Böhme zubereitet und Ulrike Böhme, der amtierenden Gleinaer Weinprinzessin, mit abgeschmeckt worden. Kinder durften sich natürlich mit einem anderen Getränk stärken.

Sieht man von der überragenden Siegerzeit des Gleinaer Paares Rainer Winkler und Jürgen Lewinsky ab – sie schafften die Strecke in 29 Sekunden – hatte die lustige Eisweinlese eigentlich nur Gewinner. Dazu gehörten unter anderem die Paare Kerstin Pawis und Frank Böhme, Heike Böhme und Bernard Pawis und wohl auch Weinkönigin Kerstin Fliege und Gleinas Ex-Weinprinzessin Christina Eulau. Sie alle hatten sich der Gaudi ohne Wenn und Aber gestellt.

Insgesamt machte dies eines recht deutlich: Der Weinadel von Saale und Unstrut verträgt sich und versteht es dabei eigentlich recht gut, gemeinsam im Gleichschritt nach vorn zu marschieren. So stolperten Kerstin Fliege – sie war übrigens erst kurz vor Ultimo an den Sart gegangen – und Christina Eulau mit ihren 81 Sekunden nur wenig langsamer durchs Ziel als zuvor die erfahrenen Weingut-Promis.

Kerstin Pawis und Frank Böhme hatten übrigens ihre vorher an den Start gegangenen Ehepartner zeitlich hinter sich gelassen. Heike Böhme schätzte aber letztlich ein, dass sie die Strecke mit Bernard Pawis doch eigentlich viel schöner, eleganter und rhytmischer gemeistert hätte. Ihr Mann Frank wagte nicht zu widersprechen. Aufmerksamen Beobachtern am Rande der Szenerie wird aber nicht entgangen sein, dass Böhme seiner Partnerin vor dem Lauf heimlich offenbar einige Tricks verraten hat, wie man die verrückte Eisweinlese erfolreich meistern kann.