Bacchus
Bacchus (in der griechischen Mythologie Dionysos genannt) gilt als eine Kreuzung von Silvaner, Riesling und Müller-Thurgau. Bacchus wurde 1933 von Peter Morio und B. Husfeld im Geilweilerhof gezüchtet. Die Zulassung als Rebsorte in Deutschland erfolgte 1962.
Bacchus ist im Gegensatz zum Riesling eine frühreifende Rebsorte und ein frischer, blumig, fruchtiger Qualitätswein mit einem leichten Muskatton.
Aromen: Stachelbeere, frisches Gras.
Biologischer Säureabbau
Umwandlung von Apfelsäure zu Milchsäure durch Milchsäurebakterien. Wird vorzugsweise bei Rotweinen angewandt, damit der Geschmack weicher wird.
Cabernet Dorsa & Cabernet Dorio
Cabernet Dorsa & Cabernet Dorio sind deutsche, neu gezüchtete Rebsorten. Sie wurden 1971 von der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg vorgestellt. Die Reben sind Kreuzungen aus den Rebsorten Dornfelder und Cabernet Sauvignon.
Die Rebsorten verfügen über eine gute Winterhärte, erzielen höhere Mostgewichte als der Dornfelder oder der Spätburgunder, und der Rotwein eignet sich für den Ausbau im kleinen Holzfass, dem Barrique.
Chardonnay
Chardonnay ist die weltweit wichtigste, weißtraubige Form der Burgunderfamilie.
Ursprünglich ist er im Burgund beheimatet, wo er nach wie vor die besten Früchte trägt, dort in Frankreich soll er von Kreuzrittern verbreitet worden sein. In Deutschland wird Chardonnay erst seit 1990 angebaut.
Bei Unreife ist der Wein dünn und grasig, reif ist er wuchtig, mit grüner Frucht und deutlicher Säure. Chardonnay ist die weiße Grundsorte des Champagners.
Dornfelder
August Herold kreuzte die Sorte 1955 in Lauffen aus Helfensteiner (Frühburgunder x Trollinger) und Heroldrebe (Portugieser x Limberger). Sie ist nach dem Weinbaufachmann Imanuel Dornfeld aus Weinsberg benannt. Der Dornfelder ist nach dem Spätburgunder die am zweithäufigsten angebaute Rotweinrebe in Deutschland.
Der Dornfelder ist ein betont fruchtiger, tiefdunkler bis blauroter, je nach Reife und Ausbauart zarter bis markanter Rotwein. Als Farbgeber beeinflusst er geschmacklich stark den Verschnittwein.
Aromen: fruchtige Kirsch- und Holundernoten
Gärführung
Bezeichnung für einen kontrollierten Verlauf der Gärung mit allen erforderlichen Arbeitsschritten. Wichtige Schritte sind zum Beispiel die erforderliche bzw. gewünschte Temperatur des Mostes, das Zusetzen der Hefen, die Temperierung der Räume, die gegebenenfalls notwendige Gärunterbrechung bei gewünschtem Restzucker sowie die begleitende Kontrolle des gesamten Ablaufes.
Gutedel
Die große Formenfülle des Guteledel weist auf ein hohes Alter der Sorte hin, die Urform wird im Orient vermutet. Vicomte d‘Auban, Diplomat unter Franz I. am Hofe Sultan Suleimans II., soll die Gutedelreben 1523 von Konstantinopel nach Frankreich gebracht haben.
Gutedel bringt wohlschmeckende Tafeltrauben und einfachen, lebendigen, bekömmlichen Kneippwein mit wenig Säure.
Kerner
Der Kerner ist eine Kreuzung zwischen Riesling und Trollinger, gezüchtet 1929 an der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg von August Herold. Benannt ist er nach dem Weinsberger Dichter, Arzt und Weinfreund Justinus Kerner.
Müller-Thurgau
Die Kreuzung von Riesling und Silvaner wurde 1882 von Hermann Müller, geboren in Thurgau, Schweiz, an der damals königlichen Lehranstalt für Obst-, Wein- und Gartenbau in Geisenheim gezüchtet.
Der Müller-Thurgau ist ein vorwiegend süffiger, leichter, eleganter Qualitätswein mit angenehmem Muskatton und milder Säure.
Aromen: grüner Apfel, Pfirsich, Muskat.
Ortega
Die weiße Rebsorte ist eine Neuzüchtung zwischen Müller-Thurgau und Siegerrebe. Die Kreuzung erfolgte im Jahre 1948 durch Dr. Hans Breider an der Bayerischen Landesanstalt für Wein-, Obst- und Gartenbau in Würzburg. Der Züchter benannte sie nach seinem Lieblings-Philosophen, dem spanischen Dichter José Ortega y Gasset. Die Farbe ist blass- bis hellgelb.
Aromen: Honig, Birne, Quitte, reife Banane, getrocknete Aprikose.
Portugieser
Portugieser ist eine seit 200 Jahren bekannte, frühreifende, ertragssichere Rotweinsorte für zarte Weißherbste und Rotweine. Im Jahre 1772 wurde er vom Freiherrn de Fries von Portugal nach Österreich und nach 1840 von Johann Philipp Bronner nach Deutschland gebracht.
Aus dieser Rebe entstehen zarte, blumige Weißherbste. Die Rotweine sind häufig hellrot, blumig, duftig und zartfruchtig. Portugieserweine guter Jahre können eine dunkelrubinrote Farbe mit fruchtiger Wärme und samtiger Fülle erreichen.
Riesling
Die früheste Nennung dieser bekanntesten deutschen Weißweinsorte war 1435 in Rüsselsheim und wurde vermutlich aus den Wildreben am Oberrhein ausgelesen. Nach 1500 war Riesling allgemein verbreitet und gehörte zur den empfohlenen Sorten aller Landsherrn an Rhein und Mosel.
Diese Sorte ist mittlerweile auf dem ersten Platz des deutschen Rebsortenspiegels.
Rieslingweine sind rassig, lebendig, frisch, elegant, vornehm, adlig und von fruchtiger Säure gekennzeichnet. Alle Qualitätsstufen vom einfachen Kneippwein bis zur Trockenbeerenauslese sind möglich. Rieslingweine sind lange haltbar.
Aromen: grüner Apfel, Zitrusfrüchte, Grapefruit, zarter Pfirsich.
Silvaner
Häufig wird angenommen, dass die Sorte aus Wildreben an der Donau ausgelesen wurde, die Winterfrostempfindlichkeit spricht aber gegen die Abstammung aus Transsylvanien. Hingegen ist das Jahr 1665 historisch belegbar, in dem Abt Alberich Degen von der Zisterzienserabtei Ebrach die Sorte einführte. Mit dem Silvaner begann der moderne Weinbau – 1876 vermehrte Gustav Adolf Fröhlich die Nachkommen besonders leistungsfähiger Rebstöcke getrennt und legte damit die praktischen Grundlagen der Klonenselektion.
Bei dem Silvaner handelt es sich um einen vorwiegend neutral fruchtigen Kneippwein, der zu Fisch und hellem Fleisch passt.
Spätburgunder
Der Spätburgunder, auch frz. Pinot Noir, ital. Pinot Nero, Blauburgunder oder Schwarzburgunder genannt, besitzt das Prädikat „König der Rotweine“.
Karl der III. brachte die den Wildreben Westeuropas nahe stehende Sorte im Jahre 884 von Burgund nach Bodman
an den Bodensee. Seine alte Bezeichnung in Baden im
14. Jahrhundert war Clevner.
Dieser Wein ist tief rubinrot (Burgunderrot) und wird manchmal von einem warmen Braunton durchstrahlt. Den Geschmack prägen Reife und eine fruchtige Säure, verbunden mit an Holzfasslagerung erinnernder, für alle Burgunderweine typischen Note. Besonders im Jungwein kann die Frucht des Weines an die von Brombeeren erinnern, im Alter gleicht sie mehr Nüssen mit einer zarten Bittre. Reife und Säure machen die Spätburgunderweine lange haltbar.
Aromen: fruchtige Erdbeernoten mit feiner Zartbitterschokolade.
Traminer
Traminer ist ein Sammelbegriff für eine Rebsorte, die entweder als rötliche Gewürztraminer oder als weiße Spielart (Savagnin Blanc) vorkommt.
Wie bei vielen alten Sorten werden auch beim Traminer Parallelen zur Antike gesucht und seine Heimat in Südosteuropa vermutet, obwohl die Abstammung von mitteleuropäischen Wildreben nicht ausgeschlossen werden kann. Im Mittelalter kam die Sorte in Südtirol vor, nach 1500 verschwand er bis 1900 aus dem Anbau. Wegen Ertragsunsicherheit und Rückgangserscheinungen eroberte er nie größere Rebflächen.
Dieser Wein ist geprägt von Rosenduft und Würze.
Weissburgunder
Der Weißburgunder ist eine weiße Rebsorte, die auch Pinot Blanc, Pinot Bianco oder Klevner genannt wird. Er ist seit dem 14. Jahrhundert bekannt und ist eine alte weiße Mutation aus der Burgunderfamilie.
Dieser Wein bietet eine große Weite vom pikanten an Apfel erinnernden Qualitätswein bis zur wuchtig-reifen, fruchtigen Spätlese oder zur edelsüßen Auslese. Häufig werden aus diesem Wein auch feinfruchtige Sekte bereitet.
Aromen: reife Frucht, Quitte, Banane, Aprikose.













